Neun gerettete Personen bei Kellerbrand in Lerchenfeld

von Markus Fasching, Christoph Gruber, Peter Kittenberger, Paul Seitz & Manfred WimmerZuletzt am Donnerstag, 25. Februar 2016 geändert.
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Gegen 1:15 Uhr wurde die Feuerwehr Krems zu einem Müllbehälterbrand zum Lerchenfelder Hauptplatz alarmiert. Als das erste Tanklöschfahrzeug den Brand fast vollständig gelöscht hatte, ging die Meldung über einen weiteren Müllbehälterbrand in der Gustav-Bambergerstraße ein. Ein Mann machte sich mit wasserführenden Armaturen und Schläuchen in einem Polizeifahrzeug am Weg zum zweiten Brandort. Gleichzeitig mit dem Abrücken des Tanklöschfahrzeuges ging die Meldung über einen weiteren Brand in der Liezenerstraße ein. Unverzüglich wurden die Prioritäten neu gereiht, und weitere Kräfte nachalarmiert.

Das Tanklöschfahrzeug der Hauptwache rückte sofort in die Liezener Straße ab und stellte am Einsatzort einen Kellerbrand fest. Der verbleibende Kamerad in der Gustav-Bambergerstraße und das nachalarmierte Fahrzeug der Feuerwache Gneixendorf löschten den Müllbehälterbrand und unterstützten dann die Einsatzkräfte beim Kellerbrand.

Im Keller des Mehrparteienwohnhauses stand ein Kellerraum mit drei Abteilen in Brand. In den acht Wohnungen darüber befanden sich in Summe neun Personen und eine Katze. Das Stiegenhaus war bereits massiv verraucht und leichter Qualm zog sich in die Wohnungen. Unverzüglich ging ein Atemschutztrupp zur Brandbekämpfung vor. Die Bewohner wurden zuerst von Schiebleitern aus betreut und anschließend auf der Rückseite mit der Drehleiter gerettet. Eine der zu rettenden Bewohner meldete einen großen Raucheintritt durch die Eingangstüre – die Einsatzkräfte stiegen über die Schiebleiter mit einem Rauchverschluss in die Wohnung ein, und setzen den Rauchverschluss als zusätzliche Sicherung gegen weiteren Rauchschaden.

Der Trupp im Keller führte eine Brandbekämpfung von der Kellerraumtüre aus durch, im Brandraum herrschte große Hitze. Die kleinen Kellerfenster wurden als einzige Möglichkeit der Abluftöffnung eingeschlagen. Der Brand konnte rasch eingedämmt werden. Im Rahmen der Brandbekämpfung wurde ein Rauchverschluss im Zugang zum Brandraum angebracht, um die Rauchbelastung auf das Stiegenhaus einzudämmen. Zusätzlich mit einer dosierten Überdruckbelüftung konnten das Stiegenhaus komplett rauchfrei gemacht und der Abzug von Wärme und Hitze im betroffenen Keller beschleunigt werden.

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Drei weitere Atemschutztrupps führten Nachlösch- und Kontrollarbeiten durch, hierfür mussten mehrere Kellerabteile gewaltsam aufgebrochen werden. Ebenfalls wurde eine Wohnung gewaltsam geöffnet.

Von neun Geretteten, darunter ein Kleinkind, wurde eine Person vom Rettungsdienst betreut und zur Kontrolle in das Universitätsklinikum Krems eingeliefert.

Drei Stunden nach der Alarmierung zum Wohnungsbrand, konnte der Einsatz beendet werden und die Feuerwachen Gneixendorf und Hauptwache rückten in die Feuerwehrhäuser ein.

 

Bericht des ORF NÖ

Brandserie in Krems geklärt

 

Die Polizei hat eine neuerliche Brandserie in Krems geklärt. Erst im Sommer hatten Jugendliche mehr als 20 Brände gelegt, sie hatten es auf Müllinseln und Holzhaufen abgesehen. Dieses Mal waren Mistkübel und ein Kellerabteil betroffen.

Unter Verdacht steht ein 20-jähriger Mann, der mittlerweile in die Justizanstalt Krems eingeliefert wurde. Auf sein Konto sollen fünf Brände gehen, sagt Erich Rosenbaum vom Landeskriminalamt. Am Neujahrstag sowie am Faschingsdienstag soll er jeweils einen Mistkübel angezündet haben, vor einer Wochen dann in einer Nacht zwei Mistkübel und ein Kellerabteil in einem Mehrparteienhaus in Krems-Lerchenfeld - mehr dazu in Neun Menschen bei Kellerbrand in Krems gerettet. Der Schaden, der dabei entstanden ist, beträgt laut Rosenbaum mehrere 10.000 Euro, außerdem kann das Haus nach wie vor nicht bewohnt werden.

Die Ermittler kamen dem Mann auf die Spur, weil er von Feuerwehrleuten und Polizisten immer wieder in der Nähe der Tatorte gesehen wurde. „Zunächst hat der Verdächtige alles abgestritten, letztlich aber die Aussichtslosigkeit seines Leugnens erkennt“, so Rosenbaum.

Motiv: Brandschutztüre nicht verschlossen

Das Kellerabteil habe der 20-Jährige in Brand gesetzt, weil er sich darüber geärgert habe, dass eine Brandschutztüre nicht verschlossen war und er wollte, dass dies nicht mehr vorkommt. Für die Mistkübelbrände nannte er laut Rosenbaum kein Motiv.

 


Eingesetzte Kräfte:

33 Einsatzkräfte der Feuerwehr

1 Drehleiter
2 Hilfeleistungsfahrzeuge
2 Tanklöschfahrzeuge
1 Versorgungsfahrzeug

FW Gneixendorf
FW Hauptwache

Brandursachenermittler
Polizei
Rettung