Safer Rescue - 3. Praxisseminar Sichern und Rückhalten

von Alfred Dunshirn (Text), Christoph Gruber (Fotos)Zuletzt am Samstag, 5. Dezember 2015 geändert.
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Am 14. November 2015 fand das 3. Praxisseminar Sichern und Rückhalten statt, das dieses Mal zugleich als Einschulung in die neuen Sicherungs- und Rückhaltesysteme genutzt werden konnte, welche auf den beiden Hilfeleistungsfahrzeugen aufgepackt sind, die demnächst in der Hauptwache in Dienst gestellt werden.

Am Vormittag konnten die Teilnehmer ihre Kenntnisse im Bereich Knotenkunde, Sicherungsgurte, Rückhaltesysteme u. ä. auffrischen und erweitern. Zuerst wurde bei einem Stationsbetrieb in Theorie und Praxis besprochen und demonstriert, wo und wie man sich bei Arbeiten im steilen Gelände oder in Bereichen, in denen Absturzgefahr besteht, sichern sollte. Wichtige Knoten wie der Achter- oder Prusik-Knoten konnten geübt werden, die Herstellung eines Seilgeländers wurde vorgeführt.
 


Bei einer weiteren Station sollte jeder der 13 Teilnehmer aus der Feuerwache Gneixendorf und der Hauptwache das aktive Rückhalten sowohl mit dem herkömmlichen Feuerwehrgurt und Abseilachter wie auch mit Fünfpunktgurten und moderneren Abseilhilfen, wie sie in den neuen Hilfeleistungsfahrzeugen aufgepackt sind, ausprobieren, jeweils mit zusätzlicher Absicherung durch den im Trockentraining geübten Prusikknoten.

Bei ersten Übungen im Gelände haben die Seminarbesucher dann das Geübte angewendet, wobei sie auch das passive Abseilen erprobten. Bei einer weiteren Station konnte man das Absichern gegen Absturzgefahr (wie sie zum Beispiel beim Schneeräumen auf Dächern gegeben ist) mit Hilfe der Drehleiter trainieren (und auch versuchen, manche mehr oder weniger leichtgewichtigen Kameradinnen zum Fliegen zu bringen).

Nach der Mittagspause folgten einige Anwendungsübungen im Gelände. Zunächst wurde im Bereich des Kremser Kreuzberges in zwei Varianten jeweils ein einzelner Verunfallter gerettet, einmal durch das Aufziehen der Korbschleiftrage über die Böschung, ein zweites Mal mittels des ebenso am Vormittag erprobten Rollgliss und der Drehleiter als Befestigungspunkt. Jeweils wurde ein Seilgeländer errichtet.

Bei der abschließenden einsatzmäßig abzuarbeitenden Übung galt es, zwei in einen schwer zugänglichen Graben abgestürzte Personen zu retten. Der Einsatzleiter teilte den Mannschaften des beteiligten Löschfahrzeuges und der Drehleiter ihre Aufgaben zu. Sie errichteten daraufhin parallel zum Vordringen zweier Kameradinnen zu den Verletzten ein Seilgeländer und bereiteten weitere Rettungsgeräte vor. Aufgrund der Geländelage entschied sich die Einsatzleitung gegen den Einsatz der Drehleiter zur Rettung der Abgestürzten, somit wurden sie erneut mittels Korbschleiftrage aus dem Graben befreit, wobei alle an der Rettung beteiligten Einsatzkräfte gesichert vorgehen konnten.

Dabei war zu beobachten, dass man auch mit den standardmäßig auf den Löschfahrzeugen aufgepackten, relativ einfachen Mitteln wie Rettungsleinen, Bandschlingen und Karabinern die Rettung ziemlich weit vorantreiben kann, ebenso hat man gesehen, dass eine große Anzahl dieser Mittel zum Einsatzort vorgebracht werden sollte.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit konnten alle Teilnehmer unversehrt und bereichert um viele Erkenntnisse und neue Fertigkeiten in die Hauptwache einrücken, wo in der Abschlussbesprechung durchwegs positiv festgehalten wurde, dass man einen guten Einblick in die vielen Anwendungsmöglichkeiten der Mittel zum Sichern und Rückhalten gewonnen hat.

Der Dank der Teilnehmer gilt den Mitgliedern des Ausbildungsteam Sichern und Rückhalten, die in vorbildlicher Weise den Stationstrieb aufgebaut und betreut sowie die Übungen ausgearbeitet, überwacht und kommentiert haben.