Zwei Übungen, zwei Hilfsorganisationen, ein gemeinsames Ziel - Vorgehen im unwegsamen Gelände

von Christoph GruberZuletzt am Samstag, 10. Dezember 2016 geändert.
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Obwohl es sich beim Einsatzgebiet der Feuerwehr Krems vorwiegend um urbanes Gelände handelt gibt es immer wieder die Notwendigkeit sich im unwegsamen Gelände fortzubewegen. Um hier rasch und sicher agieren zu können, fand für 9 Mitglieder der Feuerwehr Krems am 18.11.2016 das Praxisseminar Sichern und Rückhalten statt. Parallel dazu führte das Ausbilderteam der Feuerwehr mit dem Roten Kreuz einen Schulungstag durch. Nachdem bei beiden Ausbildungsevents die Themen sehr eng miteinander verbunden waren, wurde die Abschlussübung Hand in Hand durchgeführt.

 

Praxisseminar: „Sichern und Rückhalten“:

Pünktlich um 7:00 Uhr morgens startete für die Mitglieder der Feuerwehr Krems der Übungstag. Nach der Behandlung der Grundlagen und Gerätekunde für die Sicherung bei Arbeiten mit Absturzgefahr, stand der ganze Vormittag im Zeichen von aktivem und passivem Vorgehen mit diversen Sicherungsgeräten und Techniken. Sowohl die in allen Feuerwachen vorhandenen „Basissets 1“ lt. ÖBFV RL GA 2, aber auch die weniger oft vorgehaltenen „Basissets 2“ wurden intensiv beübt und geschult.

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Am Nachmittag galt es im unwegsamen Gelände des Kreuzberges auf der Ebene der Festigungsstufe eine Person mit der Korbtrage zu retten. Nachdem gesichert vorgegangen, ein Seilgeländer parallel dazu errichtet wurde, konnte mit der Hilfe der Drehleiter der Verletzte aus seiner misslichen Lage gebracht werden.

Abschließend wurde zum Übungsort der Abschlussübung verlegt.

 

Rotes Kreuz Krems – Ausbildungsworkshop: Arbeiten mit der Feuerwehr

Während die Feuerwehr sich den ganzen Tag ausschließlich mit der Arbeit im Gelände beschäftigte, wurden 10 Mitglieder des Roten Kreuz Krems in der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr geschult.

Gleich zu Beginn ging es in luftige Höhen. Immer öfters unterstützt die Feuerwehr den Rettungsdienst beim Abtransport liegender Patienten mit der Drehleiter. Bei dieser Station wurde gemeinsam dieser Transport vorbereitet und eine Person abtransportiert. Anschließend konnte die max. Rettungshöhe der Drehleiter praktisch getestet werden.

Darauf folgte eine kurzweilige Theorieschulung zum Thema Selbstschutz und Gefahrenerkennung an der Einsatzstelle, aber auch über die Organisation und Alarmierung der Feuerwehr.

Anschließend wurde ein Verkehrsunfall simuliert, bei welchem zwei Verletzte zu versorgen und von beiden Rettungsorganisationen zu befreien waren.

Am Nachmittag ging es dann ins unwegsame Geländes. Im Bereich der Au kamen zwei Radfahrer im Dickicht zu Sturz und mussten von den Teams des Roten Kreuz versorgt werden. Nachdem die Verletzungen versorgt waren und die Patienten in die Rettungsfahrzeuge zur Weiterbehandlung verladen waren, ging es in den Bereich der Schwarzalm zur gemeinsamen Abschlussübung.

Nachdem sich sowohl Feuerwehr als auch Rettungsdienst den Großteil des Tages mit Einsätzen abseits befestigter Wege beschäftigt hatten, lag es nahe, dass eine gemeinsame Abschlussübung den Höhepunkt des Ausbildungstages darstellte.

Im Wald im Bereich der Schwarzalm rutschten zwei Wanderer ab und verletzten sich dabei so schwer, dass sie nicht mehr selbstständig auf den Weg kamen. Zwei weitere Mitglieder der Wandergruppe hatten aufgrund der Aufregung medizinische Probleme. Die zur Übung alarmierten Kräfte von Feuerwehr und Roten Kreuz begannen mit der Erstversorgung der zugänglichen Verletzen und machten sich gesichert auf den Weg zu den beiden Abgestürzten. Während Feuerwehrkräfte und Sanitäter die Verletzten versorgten und für den Abtransport vorbereiteten, wurde von den noch freien Kräften eine Seilbahn aufgebaut, um beide Verletzte schonend aus dem Graben transportieren zu können.

Ca. eine Stunde nach dem Eintreffen am Übungsort konnte das Übungsziel erreicht werden und der doppelte Ausbildungstag mit tollem Feedback beendet werden.