Brand eines Wohnhauses aus Sicht der Feuerwehr - Video

von Christoph GruberZuletzt am Samstag, 13. August 2016 geändert.
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21. Juli 2016: In der Alarmzentrale Krems geht ein Notruf über Brandgeruch in der Hohensteinstraße ein.  Nachbarn gegenüber des Wohnhauses hören auch Explosionen in diesem. Während der Kremser Disponent alarmiert, landet ein weiterer Notruf in der Alarmzentrale Mödling, auch hier die Meldung eines Brandes an derselben Adresse.  Beide Anrufe werden strukturiert abgefragt und in der Alarmzentrale Krems  disponiert.

Von nun an kann der Einsatz verfolgt werden:

[0:00] Von der  Feuerwehr Krems werden die Einsatzkräfte der Feuerwachen Hauptwache und Gneixendorf alarmiert. Das Video startet nach dem Umkleiden des Kremser Feuerwehrmanns am Weg zu den Einsatzfahrzeugen in der Hauptwache.  Im Hintergrund sind die Personenrufempfänger zu hören, mit welchen die Mitglieder der Hauptwache zu Einsätzen alarmiert werden.  

[0:08] In der Fahrzeughalle ist bereits ein Tanklöschfahrzeug gestartet, nach und nach besetzt weiteres eintreffendes Personal das erste Löschfahrzeug. Auf diesem Fahrzeug finden acht Einsatzkräfte Platz. Am Tanklöschfahrzeug befindet sich neben einer fix verbauten Löschwasserpumpe und 3000 l Wasser auch die gesamte Ausrüstung, welche für einen Brandeinsatz notwendig ist.  

[0:14] Sobald die erforderliche Mindestbesatzung anwesend ist, rückt das Löschfahrzeug aus. Jedem Sitzplatz ist eine Funktion zugeordnet. Unterschieden wird zwischen Maschinist, Gruppenkommandant, Atemschutztrupp und weiterer Mannschaft.  Noch während der Anfahrt wird zusätzliche Schutzausrüstung angelegt und weitere Ausrüstung aufgenommen, um einsatzbereit am Einsatzort einzutreffen. Die wichtigsten Geräte sind aus diesem Grund gleich im Mannschaftsraum gehaltert.

[0:28] Mit dem Eintreffen am Einsatzort sind, obwohl es immer unterschiedliche Lagen gibt, die Abläufe standardisiert. Während der Gruppenkommandant die Erkundung im Freien übernimmt und die Lage klärt, startet der Maschinist die Einbaupumpe, der Atemschutztrupp rüstet sich mit weiterem Gerät aus und bereitet gemeinsam mit der weiteren Mannschaft die Löschleitung vor.

[0:43] Die Lage ist geklärt, es handelt sich um einen Brand einer Wohnung im Erdgeschoß, die Bewohner wurden bereits von Nachbarn über eine Leiter gerettet, der Atemschutztrupp kann gleich zur Brandbekämpfung vorgehen. Es werden nun die Lungenautomaten der Atemschutzgeräte mit der Atemschutzmaske verbunden, ab diesem Zeitpunkt wird die notwendige Luft von den Atemluftflaschen unabhängig von der Umgebung verbraucht.

[1:04] Hier erfolgte ein Schnitt im Video, in der Zwischenzeit wurde der genaue Angriffsbefehl erteilt, die Atemschutzüberwachung gestartet und die Löschleitung mit Wasser gefüllt. Im Film ist jetzt der Einmarsch in das Haus zu sehen. Aufgrund der geöffneten Türe konnte sich der Rauch im gesamten Wohnhaus ausbreiten und auch das Stiegenhaus war massiv verraucht. Die Aufgabe des Atemschutztrupps ist es nun den Brandherd zu lokalisieren. Der heiße und möglicherweise brennbare Brandrauch wird mit Löschwasser inertisiert, der Truppführer gibt hier immer das Kommando zur Rauchgaskühlung. Durch den Brandrauch ist auch die Sicht massiv eingeschränkt. Als Hilfsmittel führen die Einsatzkräfte eine Wärmebildkamera mit, welche Temperaturunterschiede sichtbar macht und somit die Orientierung etwas erleichtert.

[1:40] Der Atemschutztrupp findet ein Fenster und öffnet dieses kontrolliert. Mit dem Strahlrohr wird nun aus dem Fenster gespritzt. Dies wirkt zwar etwas kontraproduktiv, durch die entstehende Injektorwirkung wird aber der Brandrauch aus der Wohnung abgeführt, die Bedingungen für den Atemschutztrupp werden besser und der Brandherd kann lokalisiert werden.

[1:57] Durch das Abführen der Brandgase bekommt der Brand etwas mehr Sauerstoff zugeführt und wird erkannt. Der Strahlrohrführer beendet die sogenannte hydraulische Ventilation und löscht den Brand ab.

[2:09] Zum Schutz der Privatsphäre wurde hier das Video wieder geschnitten. In der Zwischenzeit wurde die gesamte Wohnung rauchfrei gemacht und der Brand großteils abgelöscht. Nun beginnt die Suche nach versteckten Glutnestern. Hierfür wird der Brandschutt auseinander gezogen und nochmals abgelöscht.  Da das Löschwasser nicht zu 100 % effektiv aufgebracht werden kann, kommt es immer zu geringen Wasserresten am Boden, im Freien wird daher bereits der Nasssauger vorbereitet, um dieses Wasser schnell aufzunehmen und weitere Schäden gering zu halten.

[3:03] Der Einsatz für den ersten Atemschutztrupp ist beendet, weitere Einsatzkräfte übernehmen weitere Nachlösch- und Kontrolltätigkeiten. Da sowohl Gerät als auch Schutzbekleidung verschmutzt sind, werden beim Versorgen dieser Schutzhandschuhe getragen und noch an der Einsatzstelle Hygienemaßnahmen getroffen.  Beim Einrücken in die Feuerwehrzentrale gehen die Einsatzkräfte sofort duschen und Bekleidung und Ausrüstung wird gewaschen.

Dieses Video ist ein kurzer Zusammenschnitt und verdeutlicht schemenhaft den Einsatz der Feuerwehr.

Bericht zum Einsatzbericht mit Bildern