Gemeinsame Einsatzübung mit Suchhundestaffel

von Johann Wagensommerer, Martin HoffmannZuletzt am Donnerstag, 30. Juni 2016 geändert.
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Krems, 23. Juni 2016: Die Blaulichtorganisationen FF Krems, Rotes Kreuz Krems und die ÖHU Suchhundestaffel, Regionalgruppe Krems, führten gemeinsam eine realitätsnahe Einsatzübung durch. Um 19 Uhr wurden die Einsatzkräfte durch die Bezirksalarmzentrale zu einem Verkehrsunfall mit vermutlich eingeklemmten Personen auf der Kremser Langenloiserstraße in der Nähe des „Schnitzel DRIVE IN“ alarmiert.  Die Fahrzeugkommandanten der ersteintreffenden Fahrzeuge der Feuerwehr Krems, Voraus Krems und Tank 4 Krems, erkundeten gemeinsam mit den ebenfalls eingetroffenen Sanitätern des Roten Kreuzes die Lage.

Als Szenario für die Helfer bot sich dar: Ein PKW hat in einer S-Kurve die Leitschiene durchbrochen und hängt mit mehren bewusstlosen Insassen instabil auf einer Art Wehranlage im Rückstaubecken. Zwischen den Achsen des PKW wurde ein Fahrrad erkannt, welches darauf schließen lässt, dass ebenfalls ein Radfahrer beteiligt ist und dieser unter oder im Bereich des PKW sein muss. Ebenfalls wurde im Zuge der Erkundung festgestellt, dass der Fahrersitz leer ist, alle anderen Insassen sind noch in ihren Sitzen angegurtet. Vom Fahrer des Autos und vom Radfahrer fehlt jede Spur! 

 

Aufgrund der Ersteinschätzung sowie der exponierten Lage mit abgängigen Personen wurde von Seiten des Landesfeuerwehrverbandes die in der Feuerwehr Krems stationierte Ortungsgruppe des NÖ Sprengdienstes sowie die ÖHU Suchhundestaffel zur Personensuche und -rettung alarmiert.

Während die Besatzung von Voraus Krems, Tank 4 Krems, Tank 5 Krems unter Zuhilfenahme des Bergekranes des Wechselladefahrzeugs Last 4 Krems die Sicherung und Rettung der eingeklemmten PKW-Insassen vornahmen, begann die eingetroffene Ortungsgruppe nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter mit der Suche in schwer zugänglichem Gebiet. Hier mussten sich die Retter u. a. von der Brücke in das Auffangbecken abseilen. Die ÖHU Suchhundestaffel begann ebenfalls nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr die Suche rechts und links des Wracks. Hier wurde auf ein Abseilen mit den Hunden verzichtet und eine andere Zugangsmöglichkeit mit ca. 10-15 Minuten Mehraufwand gefunden.

Die Ziele dieser Einsatzübung waren vielseitig. So ging es vor allem um die effiziente Zusammenarbeit der drei Einsatzorganisationen in der Einsatzleitung und um die rasche, aber gefahrlose Abwicklung der Rette- und Bergemaßnahmen und das rasche Auffinden der Vermissten. Die 22 Kräfte der FF Krems nahmen die schwierige Rettung der Insassen und die Bergung der beteiligen Fahrzeuge vor. 10 Teilnehmer der ÖHU Suchhundestaffel, Regionalgruppe Krems übernahmen mit 2 Rettungshunden die Suche nach den abgängigen Personen. Das war im dicht bewachsenen Graben neben der Straße in Richtung Gneixendorf nicht immer einfach! Schließlich wurden die „Verletzten“ von der Mannschaft des Roten Kreuzes Krems professionell versorgt und für den fachgerechten Abtransport vorbereitet!

Als weiterer schwieriger Punkt stellte sich das zwar schwächere, aber doch vorhandene Verkehrsaufkommen auf der Langenloiserstraße dar. Im Einsatzfäll hätte der Einsatzleiter aufgrund der unübersichtlichen Stelle und zur Sicherung der eigenen Kräfte die Sperre der Straße angeordnet. Da es sich hier allerdings um eine Übung handelte, wurde nur 1 Fahrstreifen für den Verkehr gesperrt und der übrige Fließverkehr im Wechselprinzip mit 2 Kameraden mit Verkehrsreglerlehrgang geregelt/geleitet. Das Verhalten so mancher Verkehrsteilnehmer sorgte nicht nur bei den Einsatzkräften für Verwunderung, man sollte doch meinen die Bedeutung der Farbe "Rot" ist bekannt ...

(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) J. Wagensommerer(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) J. Wagensommerer(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) J. Wagensommerer(c) J. Wagensommerer(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) FF Krems, M.Hoffmann(c) FF Krems, M.Hoffmann

Gleich nach der Einsatzübung wurden in der Kremser Feuerwehrzentrale Nachbesprechungen durchgeführt. Die Fahrzeugkommandanten und die Beobachter berichteten über die durchgeführten Maßnahmen. Übungsleiter BM Martin Hoffmann und der Kremser Feuerwehrkommandant BR Gerhard Urschler zeigten sich zufrieden.

Auch für die ÖHU Suchhundestaffel war diese Einsatzübung eine gute Erfahrung und daher ein voller Erfolg. Regionalleiter Roland Polster: „Für uns sind solche Übungen sehr wichtig, da unsere Einsatzkräfte, ohne das Szenario vorher zu kennen, ihre Einsatzstärke beweisen können!

V. l. n. r.: Feuerwehr Kdt-Stv. ABI Andreas Herndler, ÖHU Regionalleiter Roland Polster, Feuerwehr Kdt. BR Gerhard Urschler, OSM Jürgen Pfeiffer, Rotes Kreuz Krems und ÖHU Einsatzleiter Thomas Biegel


Eingesetzte Kräfte:

22 Einsatzkräfte der Feuerwehr

1 Kommandofahrzeug
2 Mannschaftstransportfahrzeuge
1 Sonderfahrzeug
2 Tanklöschfahrzeuge
1 Wechselladefahrzeug mit Kran

FW Hauptwache

Rettung
Suchhundestaffel