Sonntag, 26. Juli 2015

Sauerstoffunfall im betreuten Wohnen

von Markus Fasching

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Zuletzt am Montag, 27. Juli 2015 geändert.

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Gegen 10:30 Uhr ging am Sonntag, den 26. Juli 2015 ein Notruf aus dem betreuten Wohnen in der Bezirksalarmzentrale Krems ein. Eine Betreuerin meldete, dass Sauerstoff unkontrolliert aus einem Behälter austrat und eine Wohnung bereits komplett weiß war. Der Disponent alarmierte die Hauptwache der Feuerwehr Krems via Generalalarm und zusätzlich auch die Schadstoffgruppe (siehe auch das Alarmierungsprotokoll).

Rasch konnten zwei Tanklöschfahrzeuge, die Drehleiter sowie ein Wechselladefahrzeug mit dem Schadstoffcontainer zum Einsatzort ausrücken. Bei der Lageerkundung wurde festgestellt, dass eine Betreuerin ein kleines Sauerstoffgerät mit dem großen Sauerstoffbehälter verbunden hatte, um dieses zu befüllen. Nach diesem Vorgang konnte zwar das kleine Gerät abgesteckt, allerdings das Ventil vom großen Fass nicht mehr geschlossen werden. Die Bewohnerin und die Betreuerin konnten die Wohnung selbst verlassen, schlossen die Wohnungstüre und riefen die Einsatzkräfte.

Sauerstoff ist auch in der ungefährlichen Atemluft zu ca. 21% enthalten; in höherer Konzentration wird dieser Stoff allerdings gefährlich. Reiner Sauerstoff ist in solchen Behältern ein tiefkalter (-183 °C) und flüssiger Stoff. Er kann Kälteverbrennungen verursachen und wirkt stark brandfördernd.

Mit Schutzanzügen wurde in die betroffene Wohnung vorgegangen und versucht, das Leck zu schließen. Da dies nicht möglich war, wurde der gesamte Behälter mithilfe der Drehleiter über den Balkon ins Freie gebracht. Die betroffene Wohnung wurde belüftet und eine Fachfirma verständigt. Die umliegenden Wohnungen wurden mittels Messgerät kontrolliert.


Nachdem der gesamte Sauerstoff entwichen war, wurde der Behälter am Balkon der Wohnung abgestellt. Er wird morgen von der Fachfirma abgeholt. Nach 1,5 Stunden konnte der Einsatz für die Feuerwehr beendet und die Einsatzbereitschaft der benötigten Geräte wiederhergestellt werden.

Eingesetzte Kräfte:
2 Tanklöschfahrzeuge
1 Drehleiter
1 Wechselladefahrzeug mit Schadstoffcontainer
2 Mannschaftstransportfahrzeuge
25 Mann der FF Krems

Rotes Kreuz Krems
Polizei Krems