Samstag, 12. Oktober 2013

6. Praxisseminar Branddienst

von Alfred Dunshirn

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Zuletzt am Donnerstag, 28. November 2013 geändert.

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Am Samstagvormittag erhielten die Teilnehmer am mittlerweile sechsten Praxisseminar Branddienst, das in der Feuerwehr Krems als dritte Stufe der Atemschutzausbildung zu absolvieren ist, eine theoretische Einführung in die Themen Brandentstehung und Brandbekämpfung (einige Kameraden durften aufgrund der zeitgleich stattfindenden Abnahme der Ausbildungsprüfung Löscheinsatz bereits am Freitagabend den Theorieblock genießen).

Christoph Gruber erläuterte anhand von Graphiken, aber auch eindringlichen Videosequenzen und Fotos die Entstehung von Bränden mit ihren Extremformen des Flashovers und Backdrafts. Ebenso wurde einige Aufmerksamkeit der Problematik schlechter oder unzureichender Ausbildung und der daraus resultierenden Probleme und Gefährdungen gewidmet. Weitere Themen der theoretischen Ausbildung waren die richtige Strahlrohrführung im Innenangriff mit dem Schwerpunkt Rauchkühlung, die Anleiterbereitschaft und die Funktionsweise einer Wärmebildkamera.

Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer zunächst anhand von Holzmodellen (Dank an Patrik Leopold für die Herstellung der Objekte) von Innenräumen die Entwicklung eines Brandes und das gleichzeitige Übergreifen eines Feuers auf alle brennbaren Oberflächen im Raum studieren. Schon bei diesen relativ kleinen Brandobjekten zeigte sich, mit welch starker Wärmeentwicklung bei einem in Vollbrand stehenden Zimmer zu rechnen ist. Sehr eindrucksvoll demonstrierten die Ausbildner die Rauchentwicklungen bei abgeschlossenen Räumen und das Durchzünden beim plötzlichen Öffnen der „Tür“ zum Brandraum.

extremste Brandausbreitung durch zusätzliche VentilationRauchgase sind brennbar

Anschließend konnte jeder Teilnehmer die für den Innenangriff relevanten Strahlrohtechniken üben, nämlich die richtige Rauchkühlung mit Sprühstößen, das kreisförmige Löschen der Flammen und die Glutbrandbekämpfung mit gemäßigtem Vollstrahl.

Langer Impuls zur Rauchgaskühlung Hindernisserkennung durch richtiges VorgehenLanger Impuls zur Rauchgaskühlung

Die größten Herausforderungen des Tages erwarteten die zehn auszubildenden Kameraden allerdings noch. Die zwei aus dieser Gruppe gebildeten Dreiertrupps und die beiden Zweiertrupps sollten abwechselnd aus einer Halle bei starker Sichteinschränkung einen bewusstlosen Geräteträger retten, dessen Notfallsignalgeber zwar aktiv war, der aber doch nicht immer leicht gefunden oder aus seiner Lage befreit werden konnte (Dank an das „Opfer“ Egon Blüml).

Im Blindflug zur Suche nach den verunglücken AtemschutzgeräteträgerAuch eine Möglichkeit...

Seine persönlichen Leistungsgrenzen konnte jeder teilnehmende Geräteträger in der aufwendig gestalteten Übungsstrecke ausloten, die nicht nur unter Rauch gestellt war, sondern auch beschallt wurde. Die Aufgabe bestand darin, eine Sandpuppe gemeinsam mit der mitgeführten Rohrleitung aus der Strecke zu bringen, die einige schwer bewältigbare Hindernisse wie einen dicht verhängten Tunnel aufwiesen. Hier verbrauchte jedes Truppmitglied vermutlich nicht nur einen Gutteil der zur Verfügung stehenden Atemluft, sondern auch große Teile seiner körperlichen Kräfte.


Die Teilnehmer bedanken sich für den lehrreichen und viel Erfahrung im Bereich des Innenangriffs und der Personenrettung unter Stresssituationen bietenden Ausbildungstag, neben dem Ausbildungsleiter Christoph Gruber gilt der Dank Patrik Leopold, Daniel Reuter und Jonathan Spanninger für die ausgezeichnete Ausarbeitung und Durchführung dieses Praxisseminars.

„Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“