Dienstag, 8. Oktober 2013

Zugsausflug III. Zug

von Alfred Dunshirn

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Zuletzt am Dienstag, 8. Oktober 2013 geändert.

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Am Vormittag des 6. Oktobers 2013 trafen zwölf Kameraden und Angehörige im „Haubiversum“ bei Petzenkirchen ein, wo wir zunächst beinahe alle der angebotenen Frühstücksvariationen durchprobierten.

Bei der anschließenden Führung durch das Firmengelände standen nach einem kurzen Einführungsfilm alle Teilnehmer vor der Herausforderung, ihr eigenes Mohnweckerl (oder -flesserl) zu formen. Während die selbstgemachten Teigkunstwerke im Ofen ihrer Vollendung entgegen strebten, wurden wir über die Geschichte und rasante Expansion des Betriebes informiert und anschließend über einen Besucherweg durch die Produktions- und Lagerhallen geführt, wo man die voll- oder halbautomatischen Fertigungsanlagen von Kaisersemmeln, Salzstangerln und verschiedenen Brotsorten bewundern konnte und über die staunenerregenden Produktionszahlen in Kenntnis gesetzt wurde. Gegen Ende des Rundgangs konnte man in einer Wärme-, Kälte- und Hitzekammer den Entwicklungsprozess zweier Hefezellen bis zum fertigen Backwerk nachvollziehen. Nachdem jeder das von ihm selbst kreierte Weckerl in Empfang genommen hatte, machten wir uns allmählich auf den Weg nach Oberösterreich.


Bei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen nahm uns Antonia Frühwirth in Empfang, die uns eine etwa zweistündige Führung durch das Außengelände des ehemaligen Konzentrationslagers gab (aufgrund von Personalproblemen waren das Besucherzentrum sowie die meisten Innenbereiche der Gedenkstätte nicht betretbar). Frau Frühwirth verstand es ausgezeichnet, durch ihre Schilderungen und die Referate von Zeitzeugenberichten ein anschauliches Bild von den Gräueln des Lagerlebens, aber auch von der Solidarität unter den Inhaftierten sowie von den Reaktionen der Bevölkerung rund um das Lager zu zeichnen. Nach der Besichtigung der „Freizeitanlagen“ der SS neben dem „Russenlager“, einer Begehung des Denkmalweges und einem Blick auf die Todesstiege konnte man sich bei der sog. Klagemauer und der Wäschereibaracke ein Bild von der entmenschlichenden Behandlungsweise der angekommenen Häftlingen und danach in den erhaltenen Wohnbaracken von den damaligen Lebensbedingungen machen. Nach dem Ende der Führung konnten wir noch bei einer Fotoausstellung weitere Einblicke in das Leben und Morden in Mauthausen und seinen Nebenlagern sowie in die Befreiung des Hauptlagers gewinnen.


Am späten Nachmittag traten wir den Heimweg an, der Ausflug fand einen gemütlichen Ausklang beim Heurigen der Familie Supperer in Rossatz (mit Sturm, Geselchtem, Mohnzelten und Co.).
Der Dank der Teilnehmer gilt den Fahrern von Bus 1 und 2 Krems, Martin Hoffmann und Gottfried Jarmer, dem auch für die ausgezeichnete Organisation dieses interessanten Ausflugs gedankt sei.