Mittwoch, 05. Juni 2013

Noch ein Tag, noch mehr Hochwasser...

von Gerhard Urschler

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Zuletzt am Mittwoch, 05. Juni 2013 geändert.

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Der 5. Juni wurde in den frühen Nachtstunden mit einer verbissenen Rettungsaktion um den Hochwasserschutzdamm am Kremsfluss an der Gemeindegrenze zwischen Krems und Theiß (Gde. Gedersdorf) begonnen. Hier kam es zu einem hydraulischen Grundbruch (das ist ein cooles Technikerwort, welches wir bei einem Dammbruch verwenden, bei dem der Damm nicht so richtig gebrochen ist). Es bestand die akute Gefahr einer Überflutung, deshalb wurden die Bewohner der Ortschaften Theiß, Altweidling, Donaudorf und Schlickendorf auf eine Evakuierung vorbereitet. Die Feuerwehren Theiß, Gedersdorf, Hadersdorf, Krems und Rohrendorf haben dort unter enormen Anstrengungen das Dammbauwerk halten können.

Hier sehen Sie die möglichen Alarmsignale erklärt.

An diesen Dammbauwerken wurde den ganzen Tag über gearbeitet, das fallende Wasser in Krems-Stein erlaubte es, die dortigen Sandsackansammlungen abzuziehen und auf den Dämmen am Kremsfluss in Einsatz zu bringen. Im Laufe des Tages wurde mit 400 Einsatzkräften alles Menschenmögliche getan, um den Damm zu halten. Am Vormittag stellte sich die Befürchtung ein, dass die Anlage nicht zu halten wäre, eine zweite Verteidigungslinie wurde ins Auge gefasst und dann im Laufe des Tages auch umgesetzt. Kilometerlange zusätzliche Schutzwälle wurden von Spezialisten der Feuerwehr entlang von speziell berechneten Widerstandslinien aufgestellt. Hier unterstützten die Kremser Feuerwehrkräfte diese Arbeiten.

Im Laufe des Nachmittags gab es auch zahlreiche mehr oder minder harmlose Gerüchte, die zum Teil auch überregional verbreitet und sogar gesendet wurden. Wir haben großes Verständnis für den Informationsbedarf der betroffenen Bürger und bemühen uns, nach bestem Wissen und Gewissen hier qualifizierte Nachrichten zu verteilen. Aus Zeitgründen geben wir nur jene Informationen rasch weiter, die es den betroffenen Bürger erlauben, ihr Verhalten selbst zu steuern und eigenverantwortlich zu handeln. Nachrichten mit Unterhaltungswert geben wir mit weitaus größerer Verspätung weiter.


Durch die Sicherungsmaßnahmen wurde auch die S5 zwischen dem Knoten Jettsdorf und dem Gewerbepark gesperrt. Krems kann daher nur mehr über die St. Pöltenerbrücke (und mit Einschränkungen) über die Mauterner Brücke erreicht werden.

Für den Kremser Gewerbepark und das umliegende Stadtgebiet besteht derzeit keine akute Gefährdung, es werden aber Sicherungsmaßnahmen dahingehend gesetzt, dass ein möglicher Rückstau des Wassers aus diesem Bereich verhindert werden kann. Im Hafen Krems sind die Betriebsfeuerwehren mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt. Hier kamen auch Großpumpen zum Einsatz.

Der Hochwasserschutz in Stein hat dem Höhepunkt des Hochwassers gut standgehalten, ein Freibord von rund 30cm wurde zum Höchststand gemessen. Dieser hohe Wasserstand geht derzeit aber nur zentimeterweit zurück und wird dann bis in die Nachtstunden konstant bleiben. Dadurch ist es notwendig, den Hochwasserschutz laufend zu kontrollieren. Kleine Wasserdurchtritte stellen keine Gefahr dar, dieses Wasser wird von den Pumpwerken weggepumpt.


Die Sandsäcke ("die eiserne Reserve") in Krems-Stein werden aufgrund des (wenn auch nur langsam) fallenden Pegels dort heute nicht mehr gebraucht und werden derzeit zum kritischen Bereich im Gewerbegebiet zur S5 verbracht. Dort werden diese Säcke dringender benötigt, es ist dadurch aber keine Schwächung des Hochwasserschutzes in Krems-Stein gegeben. Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt der Einsatzstab den Bewohnern im gefährdeten Teil von Stein (Bereich der Steiner Donaulände und Steiner Landstraße zwischen Zellerplatz und Förthof), weiterhin in Hochwasserbereitschaft zu bleiben. Die Fahrzeuge bitte weiterhin aus dem Bereich weggestellt lassen.

Sollten Sie den Einsatzkräften der Stadt Krems mit Sachspenden unter die Arme greifen wollen, so ersuchen wir Sie um Kontaktaufnahme unter 02732/85522 mit der Leiterin der Verpflegungslogistik, Fr. Frieda Ott. Damit soll eine Einteilung möglich sein. Wir möchten vermeiden, dass Lebensmittel verderben.

Es besteht auch die Möglichkeit, direkt auf unser Spendenkonto IBAN: AT462022800000143669 bei BIC: SPKDAT21XXX lautend auf Feuerwehr Krems/Donau einzuzahlen. Der Erlös wird direkt (und ohne jeglichen Spesen- oder Verwaltungsanteil!) zur Verbesserung unserer Mittel für den Einsatzfall verwendet.

Auf jeden Fall recht herzlichen Dank für die bislang eingegangenen Spenden, allen voran für die großzügigen Spenden verschiedenster Handwerks- und Handelsbetriebe, aber auch für die liebevoll zubereiteten Mehlspeisen!