Freitag, 15. März 2013

Wohnhausbrand in der Langenloiserstrasse

von Gerhard Urschler

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Zuletzt am Freitag, 15. März 2013 geändert.

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Kurz vor Mitternacht des 14. März 2013 meldet die Bewohnerin eines Hauses in der Langenloiserstrasse einen Brandverdacht - allerdings nicht über Notruf, sondern einem ihr verwandschaftlich verbundenen Feuerwehrmitglied. Dieser übermittelt die Meldung zwar sofort an die Bezirksalarmzentrale, dadurch geht aber wertvolle Zeit und vor allem die exakte Hausnummer verloren (siehe auch das Alarmierungsprotokoll).

Der Disponent alarmiert einen Wohnungsbrand mit der Alarmstufe B2, aufgrund der vermuteten Örtlichkeit werden die Feuerwachen Stein und Hauptwache alarmiert. Auf der Anfahrt werden die Fahrzeuge bereits über die tatsächliche Lokalität informiert und können so eine günstigere Anfahrtsroute wählen.

An der Einsatzstelle schlägt den Feuerwehrleuten dichter schwarzer Rauch aus einem alleinstehenden eingeschossigen Wohnhaus aus der Eingangstür entgegen. Zwei Bewohner haben das Haus bereits verlassen, eine dritte befindet sich noch im Obergeschoss, allerdings bereits im Freien auf einer Art Terasse. Es sind keine Flammen sichtbar, die Fensterscheiben zwar intakt, aber zum Großteil bereits verrusst. Gas und Strom werden abgeschaltet, die EVN Bereitschaft über die Bezirksalarmzentrale angefordert.

Ein erster Atemschutztrupp geht mit einem C-Hohlstrahlrohr vor: seine Aufgabe: Personensuche und Lokalisierung des Brandherdes. Ein zweiter Trupp mit einem gleichlautenden Auftrag beginnt gegenläufig zu suchen. Parallel dazu wird Druckbelüftung (ein riesengrosser Ventilator) und ein 3. Strahlrohr vorbereitet, Beleuchtung wird aufgebaut, auch von der Drehleiter wird ausgeleuchtet. Die Feuerwache Gneixendorf wird über die Bezirksalarmzentrale nachalarmiert.

Einer der Trupps muss wegen eines Problems mit der Schutzausrüstung (Maske verrutscht) das Brandobjekt wieder verlassen, es wird sofort ein dritter Trupp eingesetzt. Dieser kann den Brandherd schliesslich im Erdgeschoss lokalisieren, aufgrund der enormen Stauhitze in diesem Zimmer aber nur geringen Löscherfolg erzielen, die Feuerwehrleuten sind gezwungen sich zurückzuziehen.

Nachdem die anderen Räume durchsucht und damit sichergestellt war, dass keine Personen mehr im Haus sind, wird eine Scheibe im Brandraum von aussen zertrümmert und mit der Druckbelüftung begonnen. Die Stauhitze und der dichte Rauch wurden dadurch gezielt ins Freie geblasen. Nun kann ein weiterer Trupp länger im Brandraum verweilen und den Brand gezielt ablöschen.

In der Zwischenzeit wird bekannt, dass noch die Hauskatze vermisst wird, ein weiterer Trupp durchsucht nun nochmals das Obergeschoss. Im Brandraum platzen Teile der Betonelemente der Deckenkonstruktion ab, es wird "Alle Mann zurück" gegeben und die Trupps aus dem Gebäude geholt. Nach einer Inspektion der Decke wird der hintere Teil des Brandraumes sowie der 1. Stock für vorläufig einsturzgefährdet angenommen. Es wird ein Statiker über die Bezirksalarmzentrale angefordert.

Um den gesperrten Teil des Hauses zu vermeiden, wird über Steckleitern von aussen wieder vorgegangen und die Nachlöscharbeiten fortgesetzt. Nach Absprache mit dem polizeilichen Brandursachenermittler werden auch Einrichtungsgegenstände ins Freie verbracht um die Suche nach Glutnestern zu erleichtern. Der eintreffende Statiker beurteilt provisorisch die Decke. Es besteht keine akute Einsturzgefahr, daher wird die Suche nach der Katze wieder aufgenommen, allerdings vergeblich.

(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer(c) FF Krems/M.Wimmer

Die Bewohner werden vom Roten Kreuz Krems untersucht. Die Familie ist unverletzt, aber sichtlich mitgenommen. Der Familienhund ist ebenfalls wohlauf. Die Katze bleibt vermisst. Die Einrichtung des Wohnhauses ist im Brandraum völlig zerstört, praktisch alle Räume sind durch Rauchschäden betroffen.

Seitens der Feuerwehr wurden 9 Atemschutztrupps, 4 Strahlrohre, 2 Wärmebildkameras, ein Gasmessgerät sowie 2 Druckbelüfter eingesetzt. Verbrauchsmaterial waren ein paar hundert Liter Wasser und (temperaturbedingt) 2 Sack Streusalz. Gegen 3:00 Uhr Früh war die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt, die stark verschmutzte Ausrüstung gereinigt und alle Fahrzeuge wieder bestückt.

Eingesetzte Kräfte:
Feuerwache Hauptwache
Feuerwache Stein
Feuerwache Gneixendorf
Rotes Kreuz Krems
Polizeiinspektion
Brandursachenermittlung
EVN Gas und Strom