Montag, 3. Dezember 2012

Übung: Auffahrunfall nach Fahrzeugbrand - 3 eingeklemmte Personen

von Markus Fasching & Fotos: Andreas Herndler

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Zuletzt am Dienstag, 18. Dezember 2012 geändert.

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Jeden Donnerstag wird in der Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr Krems für den Ernstfall geübt. Diese Übungen können theoretische Schulungen, Vorträge über div. Themen oder auch wie am 29. November praktische Einsatzübungen sein. Pünktlich um 19:00 Uhr bekamen die Übungsteilnehmer die Einsatzmeldung.

Auf der alten Stratzinger Straße war es zu einem Verkehrsunfall gekommen. Wieviele Fahrzeuge beteiligt, ob Personen verletzt oder noch eingeschlossen waren wurde den Übungsteilnehmern vorab nicht gesagt.

Es wurden zwei Technische Gruppen, Vorausfahrzeug + Tanklöschfahrzeug und Schweres Rüstfahrzeug + Tanklöschfahrzeug besetzt und in einsatzrealen Zeitabständen ausgefahren.

Am Übungsort eingelangt bot sich der ersteintreffenden Mannschaft vom Vorausfahrzeug ein Horrorszenario. Ein PKW lag auf der Fahrerseite und stand bereits in Vollbrand. Dicht daneben war es zu einem Auffahrunfall gekommen bei welchem sich weitere drei Fahrzeuge ineinander geschoben hatten.

Nach einer kurzen Lageerkundung wurde sofort mit Feuerlöschern begonnen den Brand soweit einzudämmen um eine Personenrettung des Fahrers, welcher neben dem brennenden PKW stand, durchführen zu können. Zeitgleich wurden die bereits ausgerückten Kräfte über die Lage in Kenntnis gesetzt um sich mit Atemschutz auszurüsten.


Da man an der Einsatzstelle nicht mit den Fahrzeugen vorbeikam, musste die zweite Technische Gruppe von der anderen Seite zufahren.

Während der Löscharbeiten und der ersten Personenrettung unter Atemschutz bekam der Fahrzeugkommandant vom Vorausfahrzeug die Information der Übungsleitung, das der Fahrer des mittleren Fahrzeuges soeben die Vitalfunktionen verloren hatte.

Sofort wurde die instabile Lage des Fahrzeuges erkannt und ein sog. Stabfast zur Stabilisierung des PKWs angelegt. Nach einem raschen Zugang mit hydraulischem Rettungsgerät wurde der Lenker aus dem Fahrzeug gerettet und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Reanimation begonnen.

Die zweite Technische Gruppe kümmerte sich um den dritten Fahrzeuglenker. Dieser war laut Übungsleitung nur leicht verletzt. Daher entschied man sich für eine schonende Rettung mit einem großen Zugang, Stiffneck, Spineboard und der sog. Rettungsboa.

Bereits nach ca. 20 Minuten waren alle drei verletzten Personen aus ihren Fahrzeugen gerettet und auch der Fahrzeugbrand gelöscht. Nach einer kurzen Übungsnachbesprechung wurde die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt und alle Fahrzeuge konnten wieder in die Zentrale einrücken.