Samstag, 13. Oktober 2012

Praxisseminar "Menschenrettung aus KFZ" Oktober 2012

von Christoph Gruber & Markus Fasching

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Zuletzt am Dienstag, 16. Oktober 2012 geändert.

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Verkehrsunfälle in allen Ausartungen stehen an der Tagesordnung der Feuerwehr Krems. Die doch oftmalige Einsatzpraxis ersetzt aber nicht die laufende Übung um am Stand der Technik zu bleiben. Darum findet halbjährlich das Praxisseminar "Menschenrettung aus KFZ" statt.

So auch wieder am 13. Oktober 2012. Pünktlich um 7:30 Uhr starteten die 11 Auszubilden mit dem Ausbilderteam in den intensiven Übungstag. Die erste Stunde wurde zur Einschulung auf Spineboard, Stifneck und Beamtmungsbeutel genutzt. Auch wenn die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst in Krems großartig funktioniert, lebensrettende Massnahmen erfordern das Teamwork aller Organisationen.


Ohne Theorie keine Praxis, worauf im Lehrsaal die Themen "Menschenrettung aus KFZ" und "Moderne PKW Technologie" am Lehrplan standen. Sofortige, Schnelle und schonende Rettung wurden genauso besprochen wie die "Gruppe im technischen Einsatz", Schnitttechniken, und Sicherheitseinrichtungen am Fahrzeug.

Anschließend an der frischen Luft wurden die technische Geräte der Feuerwehr Krems und deren richtige Anwendung beübt ehe damit an einem PKW die in der Theorie besprochenen Techniken praktische Anwendung fanden. Keine Säule blieb ganz, keine Türe am Fahrzeug. Der VW Golf war, nachdem die Seminarteilnehmer fertig damit waren, kaum noch wiederzuerkennen. (Aber er fuhr noch...).


Am Nachmittag wurde das "Menschenrettungsteam" vervollständigt, fünf Sanitäter des Roten Kreuz Krems übten von nun an gemeinsam mit den Kremser Technik-Profis. Ein deformierter PKW mit zwei eingeklemmten Personen war die "Aufwärmübung" für die Kremser Retter. Neben den technischen Abläufen wurde besonders Wert auf die Kommunikation mit der anderen Organisation gelegt. Rasch erkannte man, dass die deutsche Sprache zwar eine gute Basis darstellt, aber viel Interpretation in der Ausführung lässt. Die Nachbesprechung der Übung folgte gleich eine kleine Einheit: "Rettungsdienst" - "Feuerwehr".



Kaum zum Verschnaufen kamen die Mitglieder der Hilfsorganisationen, ehe es wieder hieß: "Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen". Das folgende Szenario hatte es in sich, zwei Personen in einem stehenden PKW eingeschlossen, darauf ein PKW liegend mit einer weiteren verlezten Person. Soverän wurde die Lageerkundung durchgeführt, Prioritäten gesetzt, Zugänge gemacht und die Personen versorgt. Ein kleiner Brandausbruch ließ die Auszubildenen nicht aus der Ruhe bringen, rasch war dieser gelöscht und die Rettungsmassnahmen wurden fortgesetzt. Trotz widrigster Lagedarstellung konnten die drei Verunfallten rasch und schonend aus ihren misslichen Lagen befreit werden und ein gemeinsamer Übungsabschluss durchgeführt werden.



Das Feedback aller Beteiligten zeigte wieder die Sinnhaftigkeit dieser intensiven Ausbildung. So enorm der Vorbereitungsaufwand auch ist, so groß ist auch der Lernerfolg bei allen Teilnehmern. Die Mitglieder der Kremser Hilforganisationen wünschen niemanden Schaden, doch tritt er ein kann man sich sicher sein, diese Freiwilligen helfen mit größter Professionalität.

Obwohl das geplante Übungsende um gut 1,5 Stunden verfehlt wurde war die Motivation aller bis zum Entfernen des letzten Glasscherben da. Abschließend fand der Ausbildungstag einen geselligen Abschluss beim Herbstball des Kremser Roten Kreuz.