Donnerstag, 14. April 2011

Historischer Bericht vom Schlossbrand in Mautern 1907

von den SB Feuerwehrgeschichte

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Zuletzt am Dienstag, 13. Dezember 2011 geändert.

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Mautern a. d. Donau. Am 13. August um 12 Uhr mittags kam im Schlosse, gehörig dem Grafen Schönborn- Buchheim, ein Feuer zum Ausbruche, welches sich infolge des herrschenden Sturmes mit riesenhafter Geschwindigkeit ausbreitete. In 15 Minuten war das große Dachwerk total verbrannt.

Als die Ortsfeuerwehr am Brandplatze ankam, stand schon der vordere Trakt in vollen Flammen. Es konnte daher nur mehr an das Retten einer angebauten Wohnung und Stallung, deren Boden mit Stroh und Futtervorräten gefüllt war, gedacht werden. Leider war es in infolge der enormen Hitze vergebens und das Dachwerk verbrannte samt allen Stroh und Futtervorräten. Es wurde zuerst eine Schlauchlinie gelegt, welche dieses erwähnte Dachwerk retten sollte, diese erwies sich aber, wie erwähnt vergebens. Als das Dachwerk des Schlosses zusammengestürzt war, legte man eine zweite Schlauchlinie durch den Hof, durch das Stiegenhaus und zum Boden, um das Einbrennen zu verhindern, welches auch gelang. Die Ortswehr arbeitete 4 Stunden ununterbrochen, um die brennenden Balken, Stroh und Heu zu löschen. Auch verblieb eine Brandwache bis zum nächsten Morgen.

Der riesige Sturm trug das Feuer auf das zirka 100 Schritte entfernte Haus des Dr. A. Liszt, welches auch an vielen Stellen Feuer fing. Es ist der rasch erschienen Feuerwehr Stein zu danken, daß dieses Haus erhalten blieb. Ach der in unmittelbarer Nähe vom Liszthaus liegende Zimmerplatz wurde durch das rasche Einschreiten der Feuerwehren von Mauternbach und Krems gerettet. Der Wind trieb auch die brennenden Schindeln in die Nikoleygasse und es fingen auch dort drei Häuser Feuer. Es wurde aber noch rechtzeitig bemerkt und so ein noch größeres Unglück von Mautern abgewendet. Auch die Gartenhütte des Gärtners A. Berghold, welche 300 Schritte vom Brandplatze entfernt war, wurde durch Flugfeuer ein Raub der Flammen. Es verbrannten viele Werkzeuge, eine große Anzahl Mistbeetfenster, Strohdecken usw. Herr Berghold und sein Sohn, beide Mitglieder der Ortswehr, waren am Brandplatze tätig, als ihre Habe in Flammen aufging.

Auf dem Brandplatze erschienen in rascher Folge die Wehren von Ober-Bergern, Unter-Bergern, Dürnstein (lieferte von ihrer Zille aus das Wasser), Furth, Tiefenfucha, Hollenburg, Höbenbach, Krems (auch mit der Dampfspritze), Krustetten, Ober- und Unterloiben, Mauternbach, Palt, Paudorf, Rossatz, Stein (mit Schiebeleiter), Thallern und eine Abteilung des Pionier-Bataillons Nr. 5 von Krems mit Spritze und Schiebeleiter. Die Dampfspritze von Krems kam nicht mehr in Tätigkeit, weil die unbedingte Notwendigkeit nicht mehr vorhanden war.

Neben den erschienen Feuerwehren gebührt auch dem in Mautern derzeit bequartierten Pionier-Bataillon Nr. 9 von Krakau volle Anerkennung, welche unter der Leitung ihres Majors Herrn Marian Hubrich mit Mut und Ausdauer an den Löscharbeiten der Feuerwehren teilnahmen.

Es sei hiermit auch an dieser Stelle allen erschienen Feuerwehren, der Bereitschaft des Pionier-Bataillons Nr. 5 von Krems, besonders dem Herrn Major Marian Hubrich samt seinen Offizieren und der Mannschaft der beste Dank ausgesprochen.

Bei den Löscharbeiten wurden auch drei Pioniere von Krakau verletzt. Einer brach sich einen Fuß durch Herabspringen von einem brennenden Dach, einer wurde am Kopfe schwer verletzt und der dritte erhielt Brandwunden.“